Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)
Stand: 11. Februar 2026
Präambel
Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) regeln das Vertragsverhältnis zwischen der
Happyware Vermietungs GmbH (nachfolgend „Anbieter" genannt) und ihren Kunden für die Nutzung des Portals
servers.rent.
§ 1 Geltungsbereich, Unternehmerbegriff
(1)
Die Angebote des Anbieters auf servers.rent richten sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne des § 14 BGB, juristische Personen des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliche Sondervermögen (nachfolgend „Kunde" genannt). Ein Vertragsschluss mit Verbrauchern (§ 13 BGB) ist ausgeschlossen. Der Kunde versichert mit seiner Bestellung, Unternehmer zu sein und den Vertrag im Rahmen seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit abzuschließen.
(2) Diese AGB gelten ausschließlich. Entgegenstehende oder von diesen AGB abweichende Bedingungen des Kunden erkennt der Anbieter nicht an, es sei denn, er hätte ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zugestimmt.
§ 2 Vertragsschluss und Vertragsübertragung
(1) Die Darstellung der Produkte und Leistungen auf servers.rent stellt kein rechtlich bindendes Angebot, sondern eine Aufforderung zur Abgabe einer Bestellung (invitatio ad offerendum) dar.
(2) Der Vertrag kommt durch die Bestellung des Kunden (Angebot) und deren Annahme durch den Anbieter zustande. Die Annahme erfolgt durch eine separate Auftragsbestätigung per E-Mail oder durch die Bereitstellung der bestellten Leistung.
(3) Der Kunde ist verpflichtet, die bei der Registrierung und Bestellung gemachten Angaben wahrheitsgemäß und vollständig zu machen und bei Änderungen unverzüglich zu aktualisieren.
(4) Eine Übertragung der vertraglichen Rechte und Pflichten auf einen Dritten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters.
§ 3 Leistungen des Anbieters und Wartungsfenster
(1) Der konkrete Leistungsumfang (z.B. CPU, RAM, Speicher, Traffic) ergibt sich aus der jeweiligen Produktbeschreibung zum Zeitpunkt der Bestellung. Ein Verweis auf ein Service Level Agreement (SLA) ist, sofern vorhanden, Bestandteil der Leistungsbeschreibung.
(2) Der Anbieter gewährleistet eine Netzwerkverfügbarkeit seiner Rechenzentrumsinfrastruktur von 99,9 % im Jahresmittel. Hiervon ausgenommen sind Zeiten, in denen die Server aufgrund von höherer Gewalt, Verschulden Dritter oder geplanter Wartungsarbeiten nicht zu erreichen sind.
(3) Der Anbieter ist berechtigt, geplante Wartungsarbeiten durchzuführen, die zu einer vorübergehenden Nichterreichbarkeit der Dienste führen können. Solche Wartungsarbeiten werden, soweit möglich, vorab angekündigt.
(4) Der Anbieter ist berechtigt, seine Leistungen dem technischen Fortschritt anzupassen. Ein Anspruch des Kunden auf Zuweisung einer bestimmten IP-Adresse besteht nicht. Eine Änderung ist aus technischen oder rechtlichen Gründen jederzeit möglich.
(5) Supportleistungen werden vom Anbieter im Rahmen des vertraglich Vereinbarten erbracht. Darüberhinausgehende Supportleistungen sind gesondert zu vergüten.
§ 4 Pflichten und Obliegenheiten des Kunden
(1) Der Kunde ist für die Verwaltung und Sicherheit seines Servers ausschließlich selbst verantwortlich, sofern keine „Managed Services"-Leistungen vereinbart wurden. Dies umfasst insbesondere die Installation notwendiger Sicherheitsupdates, die Konfiguration von Firewalls und die Absicherung von Diensten.
(2)
Der Kunde ist zur Erstellung regelmäßiger und vollständiger Sicherungskopien (Backups) seiner Daten verpflichtet. Diese Backups müssen auf externen Systemen, die nicht Teil der vom Anbieter gemieteten Leistung sind, gespeichert werden. Der Anbieter ist für die Datensicherung nicht verantwortlich, es sei denn, dies ist als separate Leistung (z.B. Backup-Speicher) vereinbart.
(3) Der Kunde verpflichtet sich, die vom Anbieter bereitgestellten Ressourcen nicht für rechtswidrige Handlungen zu nutzen. Insbesondere ist es untersagt:
a) Inhalte zu speichern oder zu verbreiten, die gegen geltendes Recht oder die guten Sitten verstoßen (z.B. urheberrechtlich geschütztes Material, extremistische Inhalte, Beleidigungen).
b) Spam-E-Mails zu versenden oder den Server für (D)DoS-Attacken, Port-Scanning oder als offenes Mail-Relay zu missbrauchen.
c) Anwendungen zum Mining von Kryptowährungen zu betreiben.
d) Die Dienste entgegen geltender Exportkontroll- oder Sanktionsbestimmungen zu nutzen.
(4) Bei Verstößen gegen die in Abs. 3 genannten Pflichten ist der Anbieter berechtigt, den Server ohne vorherige Ankündigung zu sperren und den Vertrag fristlos zu kündigen.
(5) Der Kunde hat erhaltene Passwörter und Zugangsdaten streng geheim zu halten und den Anbieter unverzüglich zu informieren, wenn er Kenntnis von einer unbefugten Nutzung erlangt.
§ 5 Nutzung durch Dritte
(1) Eine Weitervermietung oder sonstige entgeltliche oder unentgeltliche Überlassung der gemieteten Leistungen an Dritte (Reselling) ist nur nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung durch den Anbieter gestattet.
(2) Der Kunde bleibt auch bei einer gestatteten Nutzung durch Dritte alleiniger Vertragspartner des Anbieters und haftet vollumfänglich für alle Handlungen und Unterlassungen der Dritten, als wären es seine eigenen.
§ 6 Softwarelizenzen und Nutzungsrechte
(1) Sofern der Anbieter dem Kunden Software Dritter (z.B. Betriebssysteme, Plesk) zur Verfügung stellt, räumt er dem Kunden ein auf die Vertragslaufzeit beschränktes, nicht ausschließliches Recht zur Nutzung im Rahmen des Vertragszwecks ein.
(2) Der Kunde ist verpflichtet, die jeweiligen Lizenzbestimmungen des Softwareherstellers einzuhalten. Eine Weitergabe der Software an Dritte oder eine Nutzung über den Vertragszweck hinaus ist unzulässig.
§ 7 Entgelte, Preisanpassung und Zahlungsbedingungen
(1) Die vereinbarten Entgelte sind, je nach Abrechnungszeitraum, im Voraus fällig. Rechnungen werden ausschließlich elektronisch zur Verfügung gestellt.
(2) Der Anbieter ist berechtigt, die Entgelte bei einer Änderung von Kostenfaktoren (z.B. Energiekosten, Lizenzgebühren) mit einer Ankündigungsfrist von vier Wochen in Textform anzupassen. Bei einer Preiserhöhung von mehr als 5% pro Jahr steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung zu.
(3) Der Kunde kommt in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 14 Tagen nach Zugang der Rechnung zahlt. Im Verzugsfall ist der Anbieter berechtigt, Verzugszinsen in Höhe von 9 Prozentpunkten über dem jeweiligen Basiszinssatz p.a. zu fordern.
(4) Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter berechtigt, die Leistungserbringung auszusetzen und den Zugang zum Server zu sperren. Die Zahlungspflicht des Kunden bleibt hiervon unberührt.
(5) Eine Aufrechnung durch den Kunden ist nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig.
§ 8 Vertragslaufzeit und Kündigung
(1) Die Vertragslaufzeit ergibt sich aus der jeweiligen Produktbeschreibung. Der Vertrag verlängert sich automatisch um die ursprüngliche Laufzeit, wenn er nicht von einer der Parteien mit einer Frist von 30 Tagen zum Ende der jeweiligen Laufzeit gekündigt wird.
(2) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund für den Anbieter liegt insbesondere bei wiederholten oder schwerwiegenden Verstößen gegen die Kundenpflichten (§ 4) oder bei Zahlungsverzug vor.
(3) Kündigungen bedürfen der Textform (z.B. E-Mail, Kündigungsfunktion im Kundenportal).
§ 9 Haftung und Höhere Gewalt
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt bei Vorsatz, grober Fahrlässigkeit sowie bei der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.
(2) Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (Kardinalpflicht) ist die Haftung auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt. Kardinalpflichten sind solche, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmäßig vertrauen darf.
(3) Im Übrigen ist die Haftung des Anbieters ausgeschlossen. Dies gilt insbesondere für entgangenen Gewinn und sonstige Vermögensschäden. Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt.
(4) Der Anbieter haftet nicht für Datenverluste, sofern der Kunde seiner Pflicht zur Erstellung von Backups gemäß § 4 Abs. 2 nicht nachgekommen ist.
(5) Der Anbieter ist von der Leistungspflicht in Fällen höherer Gewalt (z.B. Naturkatastrophen, Krieg, Streik, Pandemien, großflächige Strom- oder Internetausfälle) befreit, solange das Ereignis andauert.
§ 10 Datenschutz und Auftragsverarbeitung
(1) Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten des Kunden zweckgebunden und gemäß den gesetzlichen Bestimmungen (DSGVO, BDSG). Details sind der
Datenschutzerklärung zu entnehmen.
(2) Verarbeitet der Kunde auf den Servern des Anbieters personenbezogene Daten Dritter, ist er hierfür alleiniger Verantwortlicher im Sinne der DSGVO. Der Kunde ist in diesem Fall verpflichtet, mit dem Anbieter einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) gemäß Art. 28 DSGVO abzuschließen. Der Anbieter stellt hierfür eine entsprechende Vorlage zur Verfügung.
§ 11 Geheimhaltung
Beide Parteien verpflichten sich, alle im Rahmen des Vertragsverhältnisses erlangten Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse der jeweils anderen Partei vertraulich zu behandeln und nicht an Dritte weiterzugeben.
§ 12 Freistellung
Der Kunde stellt den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die auf einer rechtswidrigen Verwendung der gemieteten Server durch den Kunden oder mit seiner Billigung erfolgen oder sich aus datenschutzrechtlichen, urheberrechtlichen oder sonstigen rechtlichen Streitigkeiten ergeben, die mit der Nutzung durch den Kunden verbunden sind. Die Freistellungsverpflichtung umfasst auch die Pflicht, den Anbieter von Rechtsverteidigungskosten (z.B. Gerichts- und Anwaltskosten) vollständig freizustellen.
§ 13 Schlussbestimmungen
(1) Der Anbieter behält sich vor, diese AGB jederzeit mit einer angemessenen Ankündigungsfrist zu ändern. Widerspricht der Kunde der Änderung nicht innerhalb einer vom Anbieter gesetzten Frist, gelten die geänderten AGB als genehmigt.
(2) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
(3) Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist der Sitz des Anbieters in Sittensen, sofern der Kunde Kaufmann, eine juristische Person des öffentlichen Rechts oder ein öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
(4) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, so wird hierdurch die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht berührt (Salvatorische Klausel).